*Unterwegs*: Veggie & Frei von Messe in Stuttgart

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Am Wochenende habe ich mich mal wieder auf grosse Fahrt begeben und die veggie & frei von Messe in Stuttgart besucht. Bei der erstmalig veranstalteten Messe soll man alles finden: „Vom fleischfreien Genuss bis hin zu allergenfreien Nahrungsmitteln ohne Zusatzstoffe“. Ich habe mich damit erstmalig auf eine reine Food-Messe begeben und war sehr gespannt, was mich dort erwarten würde.

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Der Messetag startete für mich mit einem Blogger-Treffen im Pressezentrum der Messe Stuttgart. Das spannende an diesem Blogger-Treffen war für mich, dass ich niemanden kannte, auch die zu den Personen gehörigen Blogs nicht. Es war trotzdem sehr spannend zu sehen, was in diesem „Konferenz-bestuhlten“ Raum für eine bunte Truppe zusammenkam. Es waren viele Vegan- und Lifestyle-BloggerInnen dabei – „frei von“-Blogger nur vereinzelt. Das Treffen beschränkte sich auf eine kurze Begrüssungsrede des Verantwortlichen und der Möglichkeit, danach ein paar Aussteller näher kennenzulernen.

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Mich zog es relativ schnell auf die Messe, da ich noch am selben Tag wieder zurück nach Zürich fahren würde. An diesem Wochenende lockten insgesamt elf verschiedene Messen die Besucher in Scharen an. Daher brauchte es erstmal eine Zeit, bis ich in der richtigen Halle ankam. Die „veggie & frei von“ Messe teilte sich eine Halle mit der Babywelt-Messe. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was ich für ein erstauntes Gesicht machte, als ich dachte ich wäre richtig und ich mich zwischen Kinderwägen und Babykleidern wiederfand. Doch schliesslich entdeckte ich weiter hinten doch noch die Stände zum richtigen Thema.

Meine Vorfreude wurde relativ schnell gebremst durch übelgelaunte Besucher, die sich teilweise inklusive Kinder- oder Einkaufswägen durch vollgestopfte Gänge schoben und sich möglichst durch jeden Stand mampften, an dem es etwas gratis zum Probieren gab. Noch verwöhnt von der Nürnberger Vivaness/Biofach-Messe im Frühjahr, die nur für Fachbesucher zulässt, hatte ich so meine Mühe mit dieser „Mentalität“ einer Besuchermesse – gerade wenn das Publikum so gemischt ist (Spielemesse, Babymesse, Familie&Heim, etc.). Im Vorbeigehen fasste ich immer wieder „Gesprächsschnipsel“ einiger Leute auf, die sich negativ über Veganismus äusserten oder über andere Geschmäcker lästerten.

DSC_1311beaNachdem ich mich dann kurz ordnen musste und die ersten negativen Erlebnisse abschütteln konnte, nutzte ich doch noch die ein oder anderen interessanten Aspekte der Messe. Denn gleich wieder heimfahren wäre auf Grund der weiten Anreise ärgerlich gewesen.

Die beiden Frauen am DZG (Deutsche Zölliakie Gesellschaft) -Stand zum Beispiel taten den ganzen Tag ihr Bestes und klärten die Menschen rund um das Thema Zölliakie auf. Ich folge der DZG schon länger auf Facebook und lese dort immer wieder sehr informative Beiträge rund um das Thema Zölliakie und Glutenunverträglichkeit. Ein wirklich toller Ansprechpartner (mit interessanter Homepage), den ich euch bei einer Glutenunverträglichkeit oder Zölliakie nur ans Herz legen kann.DSC_1314bea

Natürlich waren auch Marken, wie Seitz oder Schär mit glutenfreien Produkten vertreten. Schär in ungewohnt zurückhaltender und kleiner Aufmachung (im Gegensatz zur Biofach). Bei Seitz probierte ich – weil der Koch mich fast arbeitssuchend darum bat – Buchweizennudeln, die besser schmeckten, als ich vermutet hatte.

Ich selbst war wahrscheinlich kein lukrativer Messe-Kunde, da ich mich – mein Messebesuch war eher spontan – kaum vorbereitet hatte und so auch kaum Euros dabei hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man an jedem Stand theoretisch etwas hätte kaufen können.

DSC_1316beaEinen kleinen Juwel entdeckte ich dann aber doch noch: Stefanie Scherbel mit ihrem Kuchenreich-Stand. Die gelernte Konditorin ernährt sich selbst glutenfrei und bietet auf dawanda glutenfreie und vegane Backmischungen bekannter Familien-Rezepte an, die sie selbst umgeändert hat und so auch Menschen mit Allergien und Intoleranzen bedienen kann (nach Bedarf passt sie Zutaten an – bspw. bei anderen Allergien). DSC_1372bea

Ich habe Stefanie bereits im Frühjahr am Stand von Mysalifree auf der Vivaness kurz kennengelernt. Sie war Kundin und erzählte mir von ihren Erfolgen mit den Mysalifree-Produkten im Kampf gegen ihre Neurodermitis. Keine Ahnung warum, aber sie blieb mir irgendwie im Gedächtnis. Eine sehr nette und sympathische Person.

Nun stand ich an ihrem Stand und freute mich so darüber, dass ich gleich eine Backmischung mitnehmen musste, wenn ich schonmal die Gelegenheit dazu hatte. Nachdem mir der glutenfreie Christstollen sehr gut geschmeckt hatte, wurde dieser zum Kauf auserkohren. Ich habe seit meiner Umstellung auf Glutenfrei nie wieder Christstollen gegessen und hatte mich umso mehr darüber gefreut. Als i-Tüpfelchen schenkte mir Stefanie dann noch einen kleinen fertig-gebackenen Christstollen, der am gleichen Abend noch verputzt wurde 🙂

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Ponyhütchen stattete ich natürlich auch einen Besuch ab. Der Stand von Ponyhütchen war meiner Meinung nach der Schönste der ganzen Messe und war mit viel Liebe zum Detail und Geschmack gestaltet. Hendrike und ihre Helferin hatten alle Hände voll zu tun und die Leute schnupperten sich in Scharen durch die Produkte.

Ponyhütchen war einer der ganz wenigen Kosmetik-Stände. Nach einem kurzen Schwätzchen mit Hendrike nutzte ich die Gelegenheit und kaufte mir die feste Handcreme im „Weihnachtszauber“-Duft und ein Duschöl (ganz neu!) mit dem Duft „A perfect match(a)“. Ich kann euch jetzt schon verraten: Ich habe den Kauf nicht bereut! Und ein kleiner Tipp am Rande: Am 12. Dezember ist Lagerverkauf bei Ponyhütchen in Bad Zurzach. Ein Kommen lohnt sich ganz bestimmt…

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Nachdem ich mich im Pressezetrum kurz ausgeruht hatte und ein etwas spärliches Mittagessen hatte, entschied ich mich, nun noch von den Vorträgen zu profitieren und begab mich zur Seitz-Bühne. Das war eine super Entscheidung!

DSC_1343beaZuerst schaute ich Björn Moschinski beim Kochen zu. Der Vegan-Koch wurde charmant begleitet von Laura Schneider, dem offiziellen Gesicht der Messe und selbst Veganerin. Frei nach dem Motto „Geiler Geschmack braucht kein Fleisch!“ gab es herzhafte, glutenfreie Waffeln und einen Mango-Lassi. Björn Moschinski hat bereits vier Kochbücher herausgebracht, ist leidenschaftlicher Tierrechtsaktivist und sagt, was er denkt. Ich hätte am Schluss der „Vorstellung“ gerne auch probiert, die hungrige Meute stand aber bereits blitzschnell Schlange, so dass ich es mir dann doch anders überlegte und sitzen blieb.

Nach kurzem und erneutem Schlendern über die Messe lernte ich ein veganes Kleider-Label namens „lovesign“ kennen. Die Gründerin Irina, selbst Veganerin, gab mir mit viel Leidenschaft für ihre Sache einen Einblick in ihre Kollektionen, die es seit 1.12.2014 auf dem Markt gibt. Die Shirts und Hoodies für Frauen, Männer und Kinder bringen alle eine wichtige Message mit: „Sie wollen den tierfreundlichen und veganen Lifestyle und die Liebe zu allem mit Freude und Leichtigkeit in die Welt hinaustragen.“ Das heisst jedes Shirts hat einen Aufdruck mit Message zum Thema Veganismus. Eine tolle Idee, für die sogar Björn Moschinski als „Model“ warb.

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Zum Vortrag von Niko Rittenau fand ich mich wieder an der Seitz-Bühne ein und lauschte seinen Ausführungen zum Thema „Clean Eating – neues Verständnis veganer Ernährung“. Dieser Vortrag war eines meiner Highlights der Messe. Ich interessiere mich generell sehr für das Thema Ernährung und Niko Rittenau sprach mit seinem „zarten Alter“ viele Dinge aus, denen ich immer wieder nickend zustimmen konnte oder „aha“-Erlebnisse hatte. Beispielsweise gefiel mir der ganzheitliche Ansatz des Kochs und Ernährungsberaters. Seine eigens kreierte Pyramide zur „Basis von Gesundheit“ beleuchtete auch Dinge, wie einen gesunden Schlaf, ausreichend Bewegung, eine gute Darmgesundheit und die Psyche – bevor es um die Ernährung geht. Und durch seine rhetorisch geschickte und lockere Art verstand er es, die Leute abzuholen und „bei Laune zu halten“. Niko Rittenau hat mich in jedem Fall sehr inspiriert!

DSC_1370beaDanach folgte eine weitere Kochshow, diesmal mit Christian Weber. Wieder führte die sympathische und authentische Laura Schneider durch die Show. Christian Weber ist Koch, Ernährungsberater und Fitnesstrainer aus Stuttgart und leitet dort eine Kochschule namens „Kontrastreich“ unter dem Motto:Maximale Vielfalt auf dem Teller, ehrlicher und nachhaltig kochen und vegan für alle!“

Für mich einer der inspirierensten Köche der Messe. Seine Kürbisschupfnudeln mit Spitzkohl sahen sehr einfach und lecker aus und machten Lust aufs Nachkochen. Leider habe ich vergessen, mir das eigens ausgedruckte Rezept mitzunehmen. (Sollte es einer von euch haben: Ich will es auch!) Auch die Nebensätze, die Christian Webers Leidenschaft und Überzeugungen transportierten, waren sehr spannend. Gerade das Thema „nachhaltiges Kochen“ (Resteverwertung) und Sätze, wie „Essen soll Spass machen“ untermalten die unkomplizierte und ehrliche Art des Kochs. Wusstet ihr z.B. dass man Kohlrabi- oder Rote Beete-Blätter auch essen kann? Oder, dass der bittere Geschmack von Spargel oder Kakao für uns weggezüchtet wurde? Ich nicht.

Zum Abschluss lauschte ich noch einer Diskussionsrunde mit Björn Moschinski, Niko Rittenau und Sophia Hoffmann, in der es um den veganen Lebensstil ging.

Fazit

Nach einem etwas ernüchternden Start konnte ich doch noch Einiges zum Thema Ernährung für mich von der Messe mitnehmen. Auch wenn mir die 175.000 Besucher der Messe zeitweise zuviel waren und es bei einer Besucher-Messe anders zugeht wie bei einer Fachmesse, kann ich euch doch das Rahmenprogramm für nächstes Jahr sehr empfehlen, auch wenn man selbst – so wie ich – kein Vegetarier oder Veganer ist. Es gibt viele Denkanstösse und Ideen und inspiriert neue Wege zu gehen. Und leidenschaftlichen Menschen höre ich immer gerne zu 🙂


Geht ihr gerne auf Messen? Was sind eure „Must-go“-Messen? Kennt ihr einen der erwähnten Köche?

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ulrike sagt:

    Heuer im Frühjahr waren wir als Aussteller auf der Allergy & Free From im Rahmen der grünen Woche in Berlin. Ebenfalls eine Publikumsmesse und ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen und teile sie. Auch dort war kaum Kosmetik und mysalifree war ziemlich einsam – wir waren enttäuscht und werden das nicht wiederholen.
    Finde ich sehr nett, dass du Stefanie besucht hast – sie ist sehr sympathisch und ihre Kuchen schmecken herrlich.
    Liebe Grüße Ulrike

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